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MAMLOCK: Theater gegen Ausgrenzung
Elf Jugendliche aus Potsdam und Umgebung bringen Friedrich Wolfs „Professor Mamlock“ ins Heute – Premiere am 27. August auf der Inselbühne
Elf Jugendliche aus Potsdam und Umgebung bringen Friedrich Wolfs „Professor Mamlock“ ins Heute – Premiere am 27. August auf der Inselbühne
Was bedeutet es, zum Außenseiter gemacht zu werden? Wie mutig sind wir, wenn andere ausgegrenzt und diskriminiert werden? Mit diesen Fragen setzt sich das Jugendprojekt MAMLOCK auseinander.
Elf Jugendliche aus Potsdam und Umgebung haben über den Sommer das 1933 entstandene Theaterstück „Professor Mamlock“ von Friedrich Wolf in eine heutige, zeitgemäße Aufführungsform überführt. Es rückt das historische Stück über den Nationalsozialismus in die Jetztzeit und erzählt es mit viel Musik und Tanz, Energie und Spielwitz für ein heutiges Publikum neu.
Am Donnerstag 27. August feiert MAMLOCK auf der Inselbühne Premiere. Weitere Aufführungen: Samstag 29. August und Samstag 5. September. Start ist jeweils 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.
„Verdrängung von Andersdenkenden ist kein historisches Phänomen“
Professionell begleitet wird das Projekt von den Regisseurinnen Marita Erxleben und Isabel Stahl. Kaspar von Erffa übernimmt die Dramaturgie. Die Rolle des Mamlock spielt der Schauspieler Johannes Heinrichs, der zugleich das Schauspieltraining der Jugendlichen leitet. Für die Ausstattung zeichnet die Bühnenbildnerin Annika Konitzki verantwortlich.
Die außergewöhnliche Inszenierung fordert dazu auf, sich mutig gegen Rassismus, Diskriminierung und Antisemitismus zu stellen.
Kaspar von Erffa, künstlerischer Leiter der Inselbühne und Dramaturg bei MAMLOCK: „Die Inszenierung verdeutlicht, dass die Verdrängung von Andersdenkenden leider kein historisches Phänomen ist. Das Engagement der Jugendlichen beeindruckt und macht Mut. Danke an die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Mittelbrandenburgische Sparkasse, die gemeinsam dieses so wichtige Jugendprojekt ermöglichen.“
Über das Stück
„Professor Mamlock“ schildert die Verdrängung jüdischer Menschen aus Beruf und Gesellschaft in der beginnenden NS-Zeit. Im Mittelpunkt steht der erfolgreiche jüdische Chirurg Professor Hans Mamlock, ein angesehener Arzt, der nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten aufgrund seiner jüdischen Herkunft zunehmend zum Außenseiter wird. Kollegen und selbst enge Freunde wenden sich allmählich von ihm ab.
Mamlocks Sohn Rolf widersetzt sich der Ausgrenzung und fordert den Vater auf, die neuen Machthaber mit allen Mitteln zu bekämpfen. Zu spät erkennt Mamlock, dass weder seine gesellschaftliche Stellung noch seine außerordentlichen medizinischen Fähigkeiten ihn und seine Familie vor Rassismus, Willkür und Verfolgung bewahren können.
Friedrich Wolf, selbst Kommunist und Jude, verarbeitete in dem Stück auch eigene Erfahrungen. Die zunehmende Ausgrenzung zwang ihn und seine Familie zur Flucht aus Deutschland. „Professor Mamlock“ wurde 1934 in Tel Aviv uraufgeführt und entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Werke Wolfs. In der DDR wurde das Stück häufig aufgeführt und gehörte zur Pflichtlektüre der 9. Klassen. 1961 verfilmte Wolfs Sohn, der Regisseur Konrad Wolf, den Stoff für die DEFA.
Wir danken der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Mittelbrandenburgischen Sparkasse für die großzügige Förderung.